Permanenter Zusatz-Filmtransport / Permanent Additional Film Advance

baierfoto
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Permanenter Zusatz-Filmtransport / Permanent Additional Film Advance

Beitragvon baierfoto » 03 Mär 2016, 22:29

Voraussetzung: Der Film ist korrekt eigelegt, also stramm und sicher auf der Aufwickelspule, nichts rutscht. Wenn wir nun bei jedem Transportschritt ein bisschen zusätzlich transportieren, dann geht die Wahrscheinlichkeit von Bildüberlappungen gegen null!

Das Ganze machen wir probeweise möglichst mit einem neuen Film, den wir dafür opfern.
So gehen wir vor:
  • Bei jedem Transportschritt führen wir den Aufzugshebel nur halb zurück und schieben in dieser Stellung dann nochmal ein kleines Stückchen vorwärts, vielleicht so 3mm am Aufzugshebel. Am besten wäre, wenn es uns gelingt die leisen Klicks der Spulensperre zu hören und zu zählen.
Wenn wir das mit einer Exakta 66 machen wollen, oder einer Six, die den Transport der Exakta 66 eingebaut hat, müssen wir erst üben, eine Stelle zu finden, wo wir so einen kurzen Pendelschwung machen können. Die zusätzliche Sperre bei diesen Kameras verhindert ja eigentlich Pendelschritte. Wir führen den Aufzugshebel nach dem normalen Transportschwung langsam zurück. Dabei hören wir beim Eingreifen besagter Sperre jedesmal einen Klick. Wir müssen eine Stelle finden, die deutlich nach dem Klick sich befindet, aber noch bevor der nächste Klick kommt. Dann haben wir nämlich Spielraum, den Hebel ein Stückchen vorwärt zu schieben für den winzigen Zusatztransport, den wir anstreben. Wenn die Sperre eingreifen sollte, also unsere Bewegung blockiert sofort stoppen, niemals Gewalt anwenden!

  • Wir transportieren auf diese Weise bis der Bildzähler Bild 12 anzeigt. Dann öffnen wir die Rückwand und kontrollieren die Position des Films anhand der Bildnummern auf dem Rückpapier. (Bei normalem Transport wären wir bei Bildzahl 11 an der Startmarkierung gelandet. (Bei normalem Transport belichtet eine Six nämlich 13 Fotos auf den 120er Rollfilm). Abhängig von der Filmsorte, von unserem Six-Exemplar und dem von uns effektiv erzielten Nachtransport, werden wir nun vielleicht bei Bildzahl 12 an der Startmarkierung gelandet sein.
  • Wenn wir mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, wiederholen wir das Ganze mit etwas mehr oder weniger Zusatztransport. Ich empfehle dabei, auf ein 13. Bild zu verzichten. Es soll natürlich so viel Spielraum am Filmende bleiben, dass wir sicher das 12. Bild noch auf dem Film haben!

Aufpassen bei Wechsel der Filmsorte: Wenn Papier und/oder Film dicker oder dünner sind, werden wir woanders landen mit dem 12. Bild! Man kann sich durchaus daran orientieren, wie dick eine neue Filmrolle ist (mit Schieblehre = Messschieber). Genau genommen geht auch die Dicke der Leerspule in das Transportergebnis ein, auch deren Dicke ist leicht unterschiedlich...

Wenn wir zum Testen mehrmals den gleichen Film benutzen, ist es wichtig, korrekt rückwärts aufzuwickeln, damit am Filmanfang der Film sich nicht gegenüber dem Rückpapier verschoben hat. Um das hinzubekommen, ist es ratsam, die Spulen dicht beieinander rückwärts zu rollen. Auf keinen Fall darf der Filmanfang, da wo er angeklebt ist, mit dem Klebeband zusammen eine Kante ergeben, die sich beim erneuten Transport am Bildfenster einhakt. Wir spüren das dann beim Transport zu Bild 1: Der eingehakte Film blockiert unseren Hebelschwung. Wenn das geschieht, unbedingt den Transport abbrechen, keine Gewalt anwenden!

Die hier beschriebene Methode können wir ohne weiteres mit dem bekannten "Baier-Trick" kombinieren
s. http://www.baierfoto.de/Transport.html. Dadurch haben wir selbst dann gute Ergebnisse, wenn das Schaltrad defekt sein sollte
s. http://www.baierfoto.de/Messwalz.html

Bitte probiert es aus und berichtet hier von Euren Erfahrungen!

Vielleicht spart sich mancher damit den Einbau der baierfoto Filmtransport-Kontrolleinheit... ;-)

English:

Permanent Additional Film Advance


Requirement: Proper film loading, i.e. tight and safe attached to the uptaking spool, no possibility to slipt. When we
now give a bit of additional advance with every single advance step the probability of overlapping frames is close to zero.

We should practice with a preferably new film roll (which will no more serve for taking pictures).

We proceed this way:
  • After every film advance step = full turn of the advance lever, we return the lever just about half of its way back.
    We make a brake there and change direction pushing forth again about 3mm at the lever. If we can hear the silent clicks of
    the sprocket wheel we can try to count the clicks. After this little additional advance we lead the lever back to its start position
If we are doing this with an Exakta 66 or a paricuar Six with Exakta 66 film advance, we should practice to find a
gap between the clicks where the mechanism allows to do this little swing. These cameras have a barrier against particularly such a
back and forth movement. After the normal swing of the advance lever, we lead the lever back very slowly. In an intermediate position
we have to find a point right before we are expecting the next click. At this point we can invert the movement of the lever and push
it forth for about 3mm. After that we lead the lever back to its start position. If ever we should encounter a blocking we must stop immediately. We may never use excessive force!


  • Thus we go on firing and advancing until the frame counter shows 12. Now we open the camera back and check
    the position of the frame numbers on the film's backing paper. (a normally working Six would show frame number 11 near the start mark
    of the camera. (A usual Six exposes 13 frames on a 120 film roll). With our modified film advance, as described above, we should
    have reached frame number 12 instead.
  • If the result does not meet our expectations, we should repeat the procedure with shorter or longer steps of additional advance.
    We should achieve safe 12 frames per film, of course. I recommend to rather abandon the idea of safe 13 frames.
Be careful when changing film brand or type: Different thickness of film and paper will resoult in a different landing point at the
film end. A good approach is to compare thickness of the new film roll with the known sort (by use of a slide caliper). To be exact, even the uptaking spool, varying in thickness from brand to brand, can make a little difference...


If we should use one same film roll for more than one trial, we have to take care for proper spooling back of the film in order that film and backing paper remain combined without displacement at the film start. It is recommendable to rotate back the spools held close together. We must avoid the situation in which film and adhesive tape at the film start would plop up and hook into the camera's film aperture right before we reach frame 1. We would feel a blocking during film advance as soon as such hooking in should occur. Stop at once if this happens! Again: Never use force! Open the camera back and remove the film in such case.

This method can be combinated with the well known "Baier trick" for film advance:
http://www.baierfoto.de/transportengl.html. We would then achieve proper film advance even if the shifing wheel ("Schaltrad") in the camera should be defective. To learn more, have a look at http://www.baierfoto.de/Messengl.html.

Please try this out and kindly leave feedback wether this worked for you!

Maybe you can pass on installation of the baierfoto film advance control unit then... ;-)

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